
Martell Resort
Das seit Jahrzehnten im Bauleitplan der Gemeinde Martell ausgewiesene Tourismusentwicklungsgebiet liegt im Hintermartelltal, einem Seitental des Vinschgaus, in unmittelbarer Nähe des Biathlonzentrums und eines kleinen Stausees. Der Bauleitplan wurde 2017 überarbeitet und neu bestätigt. Die gesamte Fläche befindet sich im Eigentum der Martell Resort GmbH mit Sitz in Schlanders.
Da der rechtsgültige Gemeindeplan für Raum und Landschaft die Ausarbeitung eines Durchführungsplanes vorsieht, wurde dieser eingereicht, um sämtliche urbanistischen, baurechtlichen und landschaftsrechtlichen Vorgaben festzulegen.
Das Grundstück liegt auf einer von Wiesen, Erdbeerfeldern, markanten Steinformationen, einem reißenden Bach und dichtem Wald umrahmten Lichtung mit besonderer, fast mystischer Ausstrahlung. Innerhalb des schmalen, langgezogenen Tourismusentwicklungsgebietes fällt das Gelände von West nach Ost um rund 17 Meter ab. Der bewaldete Hang sorgt für ausgeprägte Schattenverhältnisse. Im Norden verläuft die öffentliche Langlaufloipe bzw. der Wanderweg, der durch einen seitens der Gemeinde geplanten Lawinenschutzdamm dauerhaft gesichert werden soll.
Für den Durchführungsplan wurde ein Vorprojekt für ein 4-Sterne-Hotel mit Restaurantbetrieb, rund 55 bis 60 Gästebetten sowie einer Dienstwohnung entwickelt. Die Lage macht das Grundstück besonders attraktiv und bietet ideale Voraussetzungen für Erholung, Ruhe und Entspannung.
Vorgesehen ist, den Großteil der zulässigen oberirdischen Kubatur im nördlichsten Bereich des Gebietes zu konzentrieren. Dort sind die Zimmer angeordnet, um eine optimale Südausrichtung und einen bestmöglichen Ausblick zu gewährleisten. Der Baukörper wird behutsam in die Hanglage eingebettet und überragt die bestehende Felsformation nicht.
Die Zufahrt erfolgt direkt am Grundstückseingang, um Gäste- und Zulieferverkehr von den Zimmern fernzuhalten. Verkehrs- und Parkflächen sind unterirdisch geplant, damit Landschaft und Grünflächen möglichst unberührt bleiben.
Das architektonische Konzept nimmt Rücksicht auf den natürlichen Kontext: Die Dachform orientiert sich an den umliegenden Natursteinformationen und an der Morphologie des Grundstücks. Holz und Metall prägen Dach und Fassaden, während der Sockel in Waschbeton an die ortstypischen Felsstrukturen erinnert. Die Volumetrie folgt dem natürlichen Geländeverlauf von West nach Ost. Stützmauern werden weitgehend vermieden; notwendige Anpassungen erfolgen über Böschungen.
Die bestehende Begrünung soll weitgehend erhalten bleiben. Ziel ist es, das charakteristische Landschaftsbild mit nachhaltigen Maßnahmen zu bewahren und das Projekt harmonisch, organisch und zeitgemäß in die Umgebung einzufügen.



